Jair Bolsonaro erhält medizinische Hilfe gegen chronischen Schluckauf im Gefängnis
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Stell dir vor, du hast neun Monate lang ohne Pause Schluckauf. Genau das ist Jair Bolsonaro passiert, dem ehemaligen Präsidenten von Brasilien.
Die Ärzte mussten jetzt handeln und führten einen speziellen Eingriff durch. Dabei wurde sein rechter Zwerchfellnerv blockiert, um die ständigen Krämpfe zu stoppen.
Dieser Nervus phrenicus ist für die Steuerung des Zwerchfells zuständig. Wenn er verrückt spielt, hört der Körper einfach nicht mehr auf zu zucken.
Der Eingriff dauerte etwa eine Stunde und war offenbar dringend nötig. Seine Frau Michelle sprach von einer langen Zeit voller Kampf und Qual für den 70-Jährigen.
Das Ganze findet unter extremen Bedingungen statt. Bolsonaro verbüßt zurzeit eine 27-jährige Haftstrafe wegen eines geplanten Staatsstreichs.
Er wurde erst vor kurzem vom Hausarrest in eine echte Zelle verlegt. Die Behörden sehen bei ihm ein konkretes Fluchtrisiko.
Es gab sogar Berichte, dass er versucht haben soll, seine elektronische Fußfessel zu beschädigen. Eine politische Kundgebung diente angeblich als Tarnung für einen Fluchtversuch.
Trotz der schweren Vorwürfe erhielt er eine Sondergenehmigung für den Krankenhausbesuch. Die medizinische Versorgung geht in diesem Fall vor die Sicherheit im Gefängnis.
Auch aus dem Krankenbett heraus macht Bolsonaro Politik. Er veröffentlichte einen handgeschriebenen Brief, der vor der Klinik laut vorgelesen wurde.
Darin unterstützt er seinen Sohn Flávio Bolsonaro für die nächste Wahl. Er soll 2026 gegen den aktuellen Präsidenten Lula da Silva antreten.
Für die politische Lage in Brasilien ist das Zündstoff. Kritiker sagen, Bolsonaro versuche so, seinen Einfluss trotz der Haftstrafe zu retten.
Analysten in Südamerika beobachten genau, wie viel Rückhalt er noch hat. Ein kranker Ex-Präsident in Ketten könnte bei seinen Anhängern für neue Emotionen sorgen.
Das Oberste Gericht bleibt derweil hart. Neben Bolsonaro stehen noch zehn weitere Beamte wegen des Putschversuchs unter Beobachtung.
Die Behandlung ist noch nicht ganz abgeschlossen. Am Montag planen die Ärzte einen zweiten Eingriff am linken Zwerchfellnerv.
Sobald er sich erholt hat, geht es für ihn zurück in die Zelle. Sein neues Zuhause ist das Hauptquartier der Bundespolizei.
Ob der Schluckauf dauerhaft verschwindet, bleibt abzuwarten. Es ist ein ungewöhnliches Kapitel in der ohnehin schon turbulenten Geschichte Brasiliens.