Khaleda Zia gestorben: Bangladesch trauert um erste Premierministerin bei riesigem Staatsbegräbnis

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In der Hauptstadt Dhaka herrscht seit Mittwochmorgen Ausnahmezustand. Hunderttausende Menschen sind aus allen Teilen des Landes angereist, um Khaleda Zia die letzte Ehre zu erweisen.

Die erste Premierministerin von Bangladesch verstarb am Dienstag im Alter von 80 Jahren. Sie erlag einer langen, schweren Krankheit, die sie schon seit Jahren zeichnete.

Das Staatsbegräbnis wurde zu einem der größten Ereignisse in der jüngeren Geschichte des Landes. Überall wehen die Flaggen heute auf Halbmast, um den Verlust zu markieren.

Man hat Tausende von Sicherheitskräften mobilisiert, um den massiven Trauerzug durch die Straßen zu leiten. Die Stimmung ist tief bedrückt, aber auch voller Respekt für ihr Lebenswerk.

Zia war weit mehr als nur eine Politikerin für die Menschen. Als Vorsitzende der Bangladesh Nationalist Party (BNP) prägte sie die Jahre 1991 und 2001 als Regierungschefin maßgeblich.

Man wird sie vor allem für ihren Einsatz in der Bildung in Erinnerung behalten. Sie führte Stipendien für Frauen ein, die Millionen Mädchen den Weg in die Schulen ebneten.

Ihr politischer Weg war steinig und oft von Härte geprägt. Sie verbrachte viel Zeit in Haft oder unter Hausarrest, besonders während der Militärherrschaft im Jahr 2007.

Ihr Spitzname war die unbeugsame Anführerin, weil sie sich niemals beugte. Sie weigerte sich strikt, an Wahlen teilzunehmen, wenn diese unter militärischer Aufsicht stattfanden.

Nun findet sie ihre letzte Ruhe neben ihrem Ehemann Ziaur Rahman. Der ehemalige Präsident kam bereits 1981 bei einem blutigen Attentat ums Leben.

Der Tod von Zia hat auch eine große internationale Bedeutung. Unter den Trauergästen sah man den indischen Außenminister S. Jaishankar und Vertreter aus Pakistan.

Für uns in Europa, besonders für den Handel in Deutschland, ist die Stabilität in Bangladesch extrem wichtig. Das Land ist einer unserer größten Partner für Textilien und Kleidung.

Jede politische Erschütterung dort könnte die globalen Lieferketten beeinflussen. Zia war über Jahrzehnte der wichtigste Gegenpol zur amtierenden Macht.

Zusammen mit ihrer Rivalin Sheikh Hasina bildete sie das Duo der sogenannten kämpfenden Begums. Beide Frauen dominierten die Politik und kämpften einst gemeinsam gegen die Diktatur.

Trotz ihrer schweren Krankheit wollte Zia nicht aufgeben. Die BNP gab bekannt, dass sie fĂĽr die Wahlen im Februar 2026 in drei Wahlkreisen kandidieren wollte.

Analysten warnen nun vor einer Zeit der Unsicherheit. Wenn eine so prägende Figur geht, hinterlässt das oft eine Lücke, die schwer zu füllen ist.

Es wird sich zeigen, ob die BNP ohne ihre starke Anführerin an der Spitze die Einheit bewahren kann. Die Partei muss sich jetzt völlig neu finden.

Die Augen richten sich nun auf ihren Sohn Tarique Rahman. Er kehrte erst vor kurzem nach 17 Jahren im Londoner Exil in seine Heimat zurĂĽck.

Es wird erwartet, dass er die Führung übernimmt und die Partei in die nächsten Wahlen führt. Viele sehen in ihm den nächsten Premierminister von Bangladesch.

Das Land steht an einem Wendepunkt. Ob der Übergang friedlich bleibt, wird die nächsten Monate in Südasien bestimmen.

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