Kosovo Wahl: Albin Kurti holt Rekordsieg nach monatelanger politischer Blockade
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Albin Kurti hat es wieder geschafft. Seine Partei Vetevendosje hat bei der Parlamentswahl im Kosovo satte 50,8 % der Stimmen geholt.
Damit ist klar: Die Wähler wollen den Kurs der Selbstbestimmung trotz aller Kritik der letzten Monate weitergehen.
Es war bereits die zweite Wahl in diesem Jahr. Das Land steckte seit dem 9. Februar 2025 in einer politischen Sackgasse fest.
Kurti selbst nannte das Ergebnis kurz nach der Auszählung den größten Sieg in der Geschichte des Kosovo.
Die Menschen im Land scheinen dem Kurs des Ministerpräsidenten trotz vieler Hürden volles Vertrauen geschenkt zu haben.
Die Opposition sah gegen Kurti ziemlich alt aus. Die PDK kam nur auf 20,98 % und die LDK landete bei lediglich 13,89 %.
Für Kurti bedeutet das die dritte Amtszeit als Regierungschef. Es ist zudem der vierte Wahlsieg in Folge für seine Bewegung.
Er hat zwar keine absolute Mehrheit im Parlament, braucht aber wohl nur die Stimmen der Minderheiten-Parteien.
Diese Gruppen halten 20 der 120 Sitze im Parlament und gelten als sehr wahrscheinliche Partner für die neue Regierung.
Der Stillstand nach der letzten Wahl war entstanden, weil die Opposition eine Koalition mit Kurti strikt abgelehnt hatte.
Inzwischen basiert das Ergebnis auf der Auszählung von rund 90 % der Stimmen und gilt als sicher.
Für das Land steht jetzt extrem viel Geld auf dem Spiel. Durch die monatliche Blockade fehlten dem Kosovo Hunderte Millionen Euro aus EU-Töpfen.
Kurti hofft nun auf neue Abkommen mit der Weltbank. Das Paket könnte die internationalen Gelder auf insgesamt über 1 Milliarde Euro heben.
Auch die EU schlägt inzwischen leisere Töne an. Brüssel hat zugestimmt, die Strafmaßnahmen von 2023 gegen das Land endlich aufzuheben.
Trotzdem gibt es weiter Reibungspunkte. Die USA und die EU kritisierten zuletzt scharf, wie Kurti mit der serbischen Minderheit umgeht.
Das Verhältnis zu Belgrad und dem serbischen Präsidenten Aleksandar Vucic bleibt weiterhin extrem schwierig und frostig.
Experten wie Artan Muhaxhiri warnen jedoch: Kurti muss jetzt bei der Wirtschaft liefern, da er zuvor wegen Verfassungsverstößen in der Kritik stand.
Die Wähler haben ihm das Mandat wohl auch gegeben, weil sie die alten Parteien mit UCK-Vergangenheit als noch schädlicher ansehen.
Diese alten Eliten konnten ihre Versprechen von Wohlstand und Fortschritt über ein Jahrzehnt lang nicht wirklich einlösen.
Die neue Regierung will nun sofort die Brücken zu den wichtigsten internationalen Partnern in Europa und den USA reparieren.
Die Menschen hoffen, dass der Normalisierungsdialog mit Serbien durch das klare Ergebnis endlich wieder in Schwung kommt.
Ohne diese politische Stabilität wird es schwer, die dringend benötigten Investitionen für die junge Bevölkerung ins Land zu holen.
Die kommenden Wochen werden zeigen, wie schnell Kurti sein Team aufstellt und die Milliarden-Förderungen einsammeln kann.