Bolsonaro: Medizinischer Eingriff wegen chronischem Schluckauf im Gefängnis
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Jair Bolsonaro kommt nicht zur Ruhe. Der ehemalige brasilianische Präsident musste sich jetzt einem einstündigen medizinischen Eingriff unterziehen.
Der Grund klingt fast banal, ist aber für ihn zur Qual geworden: Er leidet seit neun Monaten unter täglichem Schluckauf.
Ärzte versuchten nun, das Problem durch eine gezielte Blockade am rechten Zwerchfellnerv zu lösen.
Bolsonaro ist mittlerweile 70 Jahre alt und verbüßt eine lange Haftstrafe. Er wurde zu 27 Jahren Gefängnis verurteilt, weil er nach seiner Wahlniederlage 2022 einen Staatsstreich geplant haben soll.
Der medizinische Termin war kein operativer Eingriff im klassischen Sinne. Es ging darum, die unwillkĂĽrlichen Spasmen seines Zwerchfells zu stoppen.
Zuvor hatte er bereits eine Operation wegen eines doppelten Leistenbruchs hinter sich gebracht. Die Zwerchfellnerven sind entscheidend fĂĽr unsere Atmung, da sie das Zwerchfell steuern.
Trotz seiner gesundheitlichen Probleme mischt Bolsonaro politisch weiter mit. Er schickte einen handgeschriebenen Brief aus dem Krankenhaus, den sein Sohn Flávio vor den Toren verlas.
Darin empfahl er seinen Sohn als Kandidaten für die Präsidentschaftswahl 2026 gegen den aktuellen Amtsinhaber Lula. Das zeigt, dass er seinen Einfluss auch aus der Haft heraus nicht verlieren will.
Analysten beobachten die Lage kritisch, da Bolsonaro erst vor Kurzem als konkrete Fluchtgefahr eingestuft wurde. Er soll versucht haben, seine elektronische Fußfessel zu zerstören.
In Europa wäre ein solcher politischer Einfluss aus dem Gefängnis kaum vorstellbar. Die brasilianische Justiz bleibt hart und ordnete auch für zehn weitere ehemalige Beamte Hausarrest an.
Bolsonaro selbst bestreitet, dass er fliehen wollte. Er sieht sich eher als Opfer einer politisch motivierten Justiz, was seine Anhänger weiterhin mobilisiert.
Am Montag steht bereits der nächste Termin an. Dann wollen die Mediziner den linken Zwerchfellnerv behandeln, um den Schluckauf endgültig zu stoppen.
Direkt nach der Behandlung geht es fĂĽr ihn zurĂĽck in das Hauptquartier der Bundespolizei. Dort wartet seine Zelle auf ihn, in die er nach dem Ende seines Hausarrests zurĂĽckkehren muss.
Ob die medizinische Behandlung reicht, um ihn wieder fit fĂĽr den politischen Kampf hinter den Kulissen zu machen, wird sich zeigen.